Fritz!WLAN
USB-Stick unter OpenSuSE installieren
Worum
geht es hier eigentlich?
Ich
habe aus meinem Bekanntenkreis erfahren, dass beim Einrichten des
WLAN-Netzwerkes einige Probleme auftreten können. Meine
Recherche im Internet zeigt, das dieses Problem bei vielen Anwendern
ebenfalls auftritt. Bis jetzt bin ich dabei auf keinen befriedigenden
Lösungsvorschlag gestoßen, der dieses Problem auch
wirklich beseitigt.
Mit
diesem einfachem Beispiel möchte ich euch zeigen, wie man den
Fritz!WLAN USB-Stick unter Linux zum Laufen bekommt.
- Betriebssystem:
OpenSuSE, Version 10.2
- WLAN-Adapter:
Fritz!WLAN USB-Stick, Version 1.0 oder 1.1
Hinweis: OpenSuSE 10.2 soll hier wirklich nur als Beispiel aus der Praxis dienen. Der Treiber ist laut AVM natürlich auch unter den Distributionen Ubuntu 7.04 (Feisty Fawn) und Gentoo Linux 2007.0 lauffähig. Wichtig ist eigentlich nur, dass auf dem Zielsystem eine Kernelversion ab 2.6 verwendet wird. Ich persönlich setze den Stick zur Zeit erfolgreich unter Ubuntu ein.
Erste
Vorbereitungen:
Zuerst
besorgt euch die Treiber-Quellcodes vom AVM-Downloadserver. Momentan
ist die Version 1.0 aktuell. Ihr findet diese, in dem ihr
in der Portalseite auf Download klickt und dann als Betriebssystem
Linux auswählt. Kopiert nun dieses TAR-Archiv in einen Ordner
eurer Wahl und entpackt dieses mittels „tar xvfz
wlanusb-suse102-1.00.00.tar.gz“.
Die jeweils neuen Quellcodes für die aktuelle Distribution findet ihr hier:
Die Quellcodes für die älteren Distributionen findest du hier:
Nun
müsst ihr unbedingt sicherstellen, dass auch die folgenden
Pakete auf eurem System installiert sind, denn sonst funktioniert es nicht!
-
C/C++ Entwicklung Linux-Kernel-Entwicklung Grundlegende Entwicklung
Ihr
findet diese Optionen unter YaST2 „Filter / Schemata /
Entwicklung“.
Jetzt
geht es los!
Wechselt
nun in das Verzeichnis, in dem ihr zuvor den Treiber-Quellcode
entpackt habt und gebt nacheinander die folgenden Kommandos ein:
sudo make
Jetzt
sollte der Compiler ohne Fehlermeldungen seine Arbeit erledigen. Dann
könnt ihr jetzt die folgenden Anweisung eintippen:
sudo make
install
Jetzt
werden die so entstandenen Treiber in das Kernel-Modulverzeichnis
kopiert und dort registriert.
Jetzt
wollen wir endlich funken!
Steckt
jetzt den Fritz!WLAN USB-Stick in einen freien USB-Port eure
Rechners. Schaut auf der Konsole mittels „sudo lsmod | grep
fwlanusb“, ob das WLAN-Modul erkannt wurde. Bei mir sieht
die Ausgabe so aus:
fwlanusb
612416 0 usbcore
128004 9
usblp,acx,fwlanusb,usbhid,snd_usb_audio,snd_usb_lib,ehci_hcd,uhci_hcd
Diese
Ausgabe zeigt, dass das WLAN-Modul korrekt geladen wurde.
Mit
iwconfig könnt ihr jetzt herausfinden, welchen
Gerätenamen der WLAN-Adapter bekommen hat. Dies könnte so
aussehen:
lo
no wireless extensions. wmaster0
IEEE 802.11g Frequency:2.412 GHz RTS
thr:off Fragment thr=2346 B
wlan0
IEEE 802.11b/g ESSID:"TUX_WORLD" Mode:Managed
Channel:1 Access Point: 00:08:15:11:22:33 Encryption
key:1234-1234-1234-1234-1234-1234-12 Security mode:open Link
Quality:0 Signal level:0 Noise level:0 Rx
invalid nwid:0 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0 Tx
excessive retries:0 Invalid misc:0 Missed beacon:0
In
unserem Beispiel hat die Netzwerkkarte den Gerätenamen wlan0
erhalten. Falls sich ein schon funktionierender WLAN-Router in der
Nähe befindet, kann mittels „iwlist wlan0 scan“
herausgefunden werden, ob der WLAN-Stick und das geladene Modul
korrekt arbeiten. Der Befehl iwlist sollte eine Ausgabe
produzieren, die etwa so aussieht:
wlan0
Scan completed : Cell
01 - Address: 00:08:15:11:22:33 ESSID:"TUX_WORLD" IE:
IEEE 802.11i/WPA2 Version 1 Group
Cipher : TKIP Pairwise
Ciphers (1) : TKIP Authentication
Suites (1) : PSK
Es
scheint alles zu funktionieren. Der automatische Kanalsuchlauf zeigt,
dass sich ein Hotspot in der Reichweite des WLAN-Adapters befindet.
Die
Sicherheit geht vor!
Da
bei dem verwendeten WLAN-Router die WPA2-Verschlüsselung
eingestellt ist, müssen wir diese auch bei unserem USB-Stick
aktivieren. Dazu muss das Programm WPA-Supplicant
installiert sein. Dieses Programm bietet die Unterstützung für
WPA und WPA2. Um dieses Programm nutzen zu können, müssen
wir eine Konfigurationsdatei erstellen, die wir anschließend im
Verzeichnis /etc ablegen. Wir legen dazu in /etc ein Unterverzeichnis mit Namen wpasupplicant an. Dazu geben wir wieder in der Konsole die
folgenden Kommandos ein:
md
/etc/wpasupplicant/ cd
/etc/wpasupplicant/
So,
das nötige Verzeichnis wurde erstellt. Jetzt erstellen wir noch
die Konfigurationsdatei mittels cat > config-wpa2.
Der Inhalt dieser Datei sollte folgendermaßen aussehen:
ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant eapol_version=1 ap_scan=2 network={ ssid="Die
SSID des Routers. In unserem Beispiel TUX_WORLD" scan_ssid=1 proto=WPA2 key_mgmt=WPA-PSK pairwise=CCMP group=CCMP psk="mein
geheimer Schlüssel" }
Speichere
nun den Inhalt mittels Strg+D ab. Jetzt testen wir, ob
sich der WLAN-Stick mit dem Router verbindet.
wpa_supplicant
-D wext -i wlan0 -c config-wpa2 -B
Wir
müssen noch dafür sorgen, dass dem WLAN-Stick eine gültige
IP-Adresse zugewiesen wird (DHCP sollte im Router aktiviert sein!).
Dazu müssen wir nur das Kommando dhcpcd wlan0
eintippen. Jetzt sollte eine Verbindung zu Router aufgebaut werden,
wenn kein Tippfehler in der Konfigurationsdatei gefunden wurde und
der PSK-Schlüssel korrekt ist. Dies können wir mit iwconfig
überprüfen. Es sollte eine Ausgabe nach folgendem Schema
erfolgen:
wmaster0
IEEE 802.11g Frequency:2.412 GHz RTS
thr:off Fragment thr=2346 B
wlan0
IEEE 802.11b/g ESSID:"TUX_WORLD" Mode:Managed
Channel:1 Access Point: 00:08:15:11:22:33 Encryption
key:1234-1234-1234-1234-1234-1234-12 Security mode:open Link
Quality:0 Signal level:0 Noise level:0 Rx
invalid nwid:0 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0 Tx
excessive retries:0 Invalid misc:0 Missed beacon:0
Und
das Programm ifconfig sollte jetzt eine neue
Netzwerkkarte anzeigen:
lo
Protokoll:Lokale Schleife inet
Adresse:127.0.0.1 Maske:255.0.0.0 UP
LOOPBACK RUNNING MTU:16436 Metric:1 RX
packets:24 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0 TX
packets:24 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0 collisions:0
Sendewarteschlangenlänge:0 RX
bytes:2028 (1.9 Kb) TX bytes:2028 (1.9 Kb)
wlan0
Protokoll:Ethernet Hardware Adresse 00:08:15:12:34:56 inet
Adresse:192.168.100.100 Bcast:192.168.100.255 Maske:255.255.255.0 UP
BROADCAST NOTRAILERS RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric:1 RX
packets:17 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0 TX
packets:13 errors:1 dropped:0 overruns:0 carrier:0 collisions:0
Sendewarteschlangenlänge:1000 RX
bytes:3624 (3.5 Kb) TX bytes:2824 (2.7 Kb)
Jetzt
sollte bereits eine Verbindung bestehen. Dies
testen wir, in dem wir den Router „anpingen“. Unser Router
besitzt in diesem Beispiel die IP 192.168.100.1.
ping
192.168.100.1 -c 5
Das
Ergebnis sollte dann so aussehen:
PING 192.168.100.10 (192.168.100.10) 56(84) bytes of data. 64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=1 ttl=64 time=1.74 ms 64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=2 ttl=64 time=1.76 ms 64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=3 ttl=64 time=2.19 ms 64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=4 ttl=64 time=3.62 ms 64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=5 ttl=64 time=1.89 ms
Nun versuchen wir eine Seite im Netz zu erreichen. In diesem Beispiel ist es web.de:
PING
web.de (217.72.195.42) 56(84) bytes of data. 64
bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=1 ttl=55 time=51.1
ms 64
bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=2 ttl=55 time=50.4
ms 64
bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=3 ttl=55 time=50.6
ms 64
bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=4 ttl=55 time=50.5
ms 64
bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=5 ttl=55 time=50.7
ms
---
web.de ping statistics --- 5
packets transmitted, 5 received, 0% packet loss, time 4013ms rtt
min/avg/max/mdev = 50.493/50.707/51.108/0.362 ms
Jetzt
kann unter der grafischen Oberfläche (z. B. KDE oder GNOME) der
Browser (z. B. Konqueror oder Firefox) geöffnet werden und eine
Webseite aufrufbar sein.
Sonst
noch etwas?
Statt
sich eine IP dynamisch per DHCP zuweisen zu lassen, besteht auch noch
die die Möglichkeit, diese fest zu vergeben. Der Lösungsansatz
dazu sieht dann so aus, wenn die IP des eigenen PC 192.168.100.10
sein soll:
ifconfig
wlan0 192.168.100.10 &&
route
add default gw 192.168.100.1
Diese
Anweisung muss nur bei der ersten Einrichtung gesetzt werden!
echo
nameserver 192.168.100.1 >> /etc/resolv.conf
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