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Friday, 21. November 2008
Linux: Fritz!WLAN USB-Stick unter OpenSuSE installieren | Drucken |
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Fritz!WLAN USB-Stick unter OpenSuSE installieren



Worum geht es hier eigentlich?

Ich habe aus meinem Bekanntenkreis erfahren, dass beim Einrichten des WLAN-Netzwerkes einige Probleme auftreten können. Meine Recherche im Internet zeigt, das dieses Problem bei vielen Anwendern ebenfalls auftritt. Bis jetzt bin ich dabei auf keinen befriedigenden Lösungsvorschlag gestoßen, der dieses Problem auch wirklich beseitigt.

Mit diesem einfachem Beispiel möchte ich euch zeigen, wie man den Fritz!WLAN USB-Stick unter Linux zum Laufen bekommt.

  • Betriebssystem: OpenSuSE, Version 10.2
  • WLAN-Adapter: Fritz!WLAN USB-Stick, Version 1.0 oder 1.1

Hinweis: OpenSuSE 10.2 soll hier wirklich nur als Beispiel aus der Praxis dienen. Der Treiber ist laut AVM natürlich auch unter den Distributionen Ubuntu 7.04 (Feisty Fawn) und Gentoo Linux 2007.0 lauffähig. Wichtig ist eigentlich nur, dass auf dem Zielsystem eine Kernelversion ab 2.6 verwendet wird. Ich persönlich setze den Stick zur Zeit erfolgreich unter Ubuntu ein.


Erste Vorbereitungen:

Zuerst besorgt euch die Treiber-Quellcodes vom AVM-Downloadserver. Momentan ist die Version 1.0 aktuell. Ihr findet diese, in dem ihr in der Portalseite auf Download klickt und dann als Betriebssystem Linux auswählt. Kopiert nun dieses TAR-Archiv in einen Ordner eurer Wahl und entpackt dieses mittels „tar xvfz wlanusb-suse102-1.00.00.tar.gz“.

Die jeweils neuen Quellcodes für die aktuelle Distribution findet ihr hier:


Die Quellcodes für die älteren Distributionen findest du hier:

Nun müsst ihr unbedingt sicherstellen, dass auch die folgenden Pakete auf eurem System installiert sind, denn sonst funktioniert es nicht!

  • C/C++ Entwicklung

  • Linux-Kernel-Entwicklung

  • Grundlegende Entwicklung

Ihr findet diese Optionen unter YaST2 „Filter / Schemata / Entwicklung“.


Jetzt geht es los!

Wechselt nun in das Verzeichnis, in dem ihr zuvor den Treiber-Quellcode entpackt habt und gebt nacheinander die folgenden Kommandos ein:

sudo make

Jetzt sollte der Compiler ohne Fehlermeldungen seine Arbeit erledigen. Dann könnt ihr jetzt die folgenden Anweisung eintippen:

sudo make install

Jetzt werden die so entstandenen Treiber in das Kernel-Modulverzeichnis kopiert und dort registriert.


Jetzt wollen wir endlich funken!

Steckt jetzt den Fritz!WLAN USB-Stick in einen freien USB-Port eure Rechners. Schaut auf der Konsole mittels „sudo lsmod | grep fwlanusb“, ob das WLAN-Modul erkannt wurde. Bei mir sieht die Ausgabe so aus:

fwlanusb 612416 0
usbcore 128004 9 usblp,acx,fwlanusb,usbhid,snd_usb_audio,snd_usb_lib,ehci_hcd,uhci_hcd

Diese Ausgabe zeigt, dass das WLAN-Modul korrekt geladen wurde.

Mit iwconfig könnt ihr jetzt herausfinden, welchen Gerätenamen der WLAN-Adapter bekommen hat. Dies könnte so aussehen:

lo no wireless extensions.

wmaster0 IEEE 802.11g Frequency:2.412 GHz
RTS thr:off Fragment thr=2346 B

wlan0 IEEE 802.11b/g ESSID:"TUX_WORLD"
Mode:Managed Channel:1 Access Point: 00:08:15:11:22:33
Encryption key:1234-1234-1234-1234-1234-1234-12 Security mode:open
Link Quality:0 Signal level:0 Noise level:0
Rx invalid nwid:0 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0
Tx excessive retries:0 Invalid misc:0 Missed beacon:0

In unserem Beispiel hat die Netzwerkkarte den Gerätenamen wlan0 erhalten. Falls sich ein schon funktionierender WLAN-Router in der Nähe befindet, kann mittels „iwlist wlan0 scan“ herausgefunden werden, ob der WLAN-Stick und das geladene Modul korrekt arbeiten. Der Befehl iwlist sollte eine Ausgabe produzieren, die etwa so aussieht:

wlan0 Scan completed :
Cell 01 - Address: 00:08:15:11:22:33
ESSID:"TUX_WORLD"
IE: IEEE 802.11i/WPA2 Version 1
Group Cipher : TKIP
Pairwise Ciphers (1) : TKIP
Authentication Suites (1) : PSK

Es scheint alles zu funktionieren. Der automatische Kanalsuchlauf zeigt, dass sich ein Hotspot in der Reichweite des WLAN-Adapters befindet.


Die Sicherheit geht vor!

Da bei dem verwendeten WLAN-Router die WPA2-Verschlüsselung eingestellt ist, müssen wir diese auch bei unserem USB-Stick aktivieren. Dazu muss das Programm WPA-Supplicant installiert sein. Dieses Programm bietet die Unterstützung für WPA und WPA2. Um dieses Programm nutzen zu können, müssen wir eine Konfigurationsdatei erstellen, die wir anschließend im Verzeichnis /etc ablegen. Wir legen dazu in /etc ein Unterverzeichnis mit Namen wpasupplicant an. Dazu geben wir wieder in der Konsole die folgenden Kommandos ein:

md /etc/wpasupplicant/
cd /etc/wpasupplicant/

So, das nötige Verzeichnis wurde erstellt. Jetzt erstellen wir noch die Konfigurationsdatei mittels cat > config-wpa2. Der Inhalt dieser Datei sollte folgendermaßen aussehen:

ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
eapol_version=1
ap_scan=2
network={
ssid="Die SSID des Routers. In unserem Beispiel TUX_WORLD"
scan_ssid=1
proto=WPA2
key_mgmt=WPA-PSK
pairwise=CCMP
group=CCMP
psk="mein geheimer Schlüssel"
}

Speichere nun den Inhalt mittels Strg+D ab. Jetzt testen wir, ob sich der WLAN-Stick mit dem Router verbindet.

wpa_supplicant -D wext -i wlan0 -c config-wpa2 -B

Wir müssen noch dafür sorgen, dass dem WLAN-Stick eine gültige IP-Adresse zugewiesen wird (DHCP sollte im Router aktiviert sein!). Dazu müssen wir nur das Kommando dhcpcd wlan0 eintippen. Jetzt sollte eine Verbindung zu Router aufgebaut werden, wenn kein Tippfehler in der Konfigurationsdatei gefunden wurde und der PSK-Schlüssel korrekt ist. Dies können wir mit iwconfig überprüfen. Es sollte eine Ausgabe nach folgendem Schema erfolgen:

wmaster0 IEEE 802.11g Frequency:2.412 GHz
RTS thr:off Fragment thr=2346 B

wlan0 IEEE 802.11b/g ESSID:"TUX_WORLD"
Mode:Managed Channel:1 Access Point: 00:08:15:11:22:33
Encryption key:1234-1234-1234-1234-1234-1234-12 Security mode:open
Link Quality:0 Signal level:0 Noise level:0
Rx invalid nwid:0 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0
Tx excessive retries:0 Invalid misc:0 Missed beacon:0

Und das Programm ifconfig sollte jetzt eine neue Netzwerkkarte anzeigen:

lo Protokoll:Lokale Schleife
inet Adresse:127.0.0.1 Maske:255.0.0.0
UP LOOPBACK RUNNING MTU:16436 Metric:1
RX packets:24 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:24 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 Sendewarteschlangenlänge:0
RX bytes:2028 (1.9 Kb) TX bytes:2028 (1.9 Kb)

wlan0 Protokoll:Ethernet Hardware Adresse 00:08:15:12:34:56
inet Adresse:192.168.100.100 Bcast:192.168.100.255 Maske:255.255.255.0
UP BROADCAST NOTRAILERS RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric:1
RX packets:17 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:13 errors:1 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 Sendewarteschlangenlänge:1000
RX bytes:3624 (3.5 Kb) TX bytes:2824 (2.7 Kb)

Jetzt sollte bereits eine Verbindung bestehen. Dies testen wir, in dem wir den Router „anpingen“. Unser Router besitzt in diesem Beispiel die IP 192.168.100.1.

ping 192.168.100.1 -c 5

Das Ergebnis sollte dann so aussehen:

PING 192.168.100.10 (192.168.100.10) 56(84) bytes of data.
64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=1 ttl=64 time=1.74 ms
64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=2 ttl=64 time=1.76 ms
64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=3 ttl=64 time=2.19 ms
64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=4 ttl=64 time=3.62 ms
64 bytes from 192.168.100.10: icmp_seq=5 ttl=64 time=1.89 ms

Nun versuchen wir eine Seite im Netz zu erreichen. In diesem Beispiel ist es web.de:

PING web.de (217.72.195.42) 56(84) bytes of data.
64 bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=1 ttl=55 time=51.1 ms
64 bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=2 ttl=55 time=50.4 ms
64 bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=3 ttl=55 time=50.6 ms
64 bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=4 ttl=55 time=50.5 ms
64 bytes from ha-42.web.de (217.72.195.42): icmp_seq=5 ttl=55 time=50.7 ms

--- web.de ping statistics ---
5 packets transmitted, 5 received, 0% packet loss, time 4013ms
rtt min/avg/max/mdev = 50.493/50.707/51.108/0.362 ms

Jetzt kann unter der grafischen Oberfläche (z. B. KDE oder GNOME) der Browser (z. B. Konqueror oder Firefox) geöffnet werden und eine Webseite aufrufbar sein.


Sonst noch etwas?

Statt sich eine IP dynamisch per DHCP zuweisen zu lassen, besteht auch noch die die Möglichkeit, diese fest zu vergeben. Der Lösungsansatz dazu sieht dann so aus, wenn die IP des eigenen PC 192.168.100.10 sein soll:

ifconfig wlan0 192.168.100.10 &&

route add default gw 192.168.100.1

Diese Anweisung muss nur bei der ersten Einrichtung gesetzt werden!

echo nameserver 192.168.100.1 >> /etc/resolv.conf


 

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